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Bericht 7. Juli 2009

Wieder traf sich eine hochmotivierte und sehr aufgeschlossene Runde von BürgerPatienten und Ärzten.

Ausführlich wurde der für den finanziellen Aufwand vergleichsweise geringe Nutzen gegen die unüberschaubaren Missbrauchsrisiken diskutiert. Nach Feldstudien verlängert der vollständige Online- Einsatz der elektronischen Version der Gesundheitskarte den Verwaltungsakt "Krankenkassenkärtchen einlesen" gegenüber der herkömmlichen Variante auf bis zu 20 Minuten. Das ist wertvolle Zeit, die der Behandlung der Patientinnen und Patienten fehlt!!

Kritisch wurde auch der jüngste Vorstoß der AOK diskutiert, Ärztinnen und Ärzte von den durch sie behandelten Patientinnen und Patienten bewerten zu lassen. Zu inhomogen sind die einzelnen Anliegen derjenigen, die eine Praxis aufsuchen, um nur aufgrund der Zufriedenheit - also aufgrund der Erfüllung der Wünsche - die MEDIZINISCHE oder MENSCHLICHE Qualifikation einer Ärztin/ eines Arztes festzustellen. Die Verweigerung eines Medikaments aufgrund medizinischer Entscheidungsgründe würde dann u.U. zu einer negativen Bewertung führen, obwohl die Entscheidung aus gesundheitlicher Sicht durchaus die einzig richtige gewesen sein könnte (Beispiel: Antibiotika bei einer normalen "Erkältung"). Der Vorsitzende der Ärztekammer Koblenz Dr. Fuchs wies in diesem Zusammenhang auf ein Projekt derselben hin: Um ein weitgehend objektives Bewertungsportal einzurichten, sollen neue "harte" Bewertungskriterien gefunden werden. Z.B. könnte man sich die Frage vorstellen "Würden Sie mit dieser Ärztin/ diesem Arzt Ihre Patientenverfügung planen?".
Vorschläge zu weiteren Fragen, die das Vertrauensverhältnis abbilden könnten, sind jederzeit auf dem Kontaktformular der Kreisärzteschaft oder als email an die Schriftführerin Dr. Anja Meurer willkommen!!

Ein weiteres Thema war der Wahlkampf, und die Möglichkeit, kurz vor der Wahl möglichst viele Bürger für die gesundheitspolitischen Fragen zu sensibilisieren.
Es ist geplant, einerseits erst Infostände strategisch günstig aufzustellen und andererseits danach nochmals den Film "Sicko" von Michael Moore einem möglichst breiten Publikum zu zeigen.

Die Homepage www.patienten-in-neuwied.de wurde seit Start im April 2009 von über 1500 Bürger/innen besucht; eine beachtliche Zahl für eine so junge Webpräsenz!

Ein brennendes und nicht unumstrittenes Thema sind nach wie vor die sogenannten IGeL, die Individuellen Gesundheitsleistungen. Das sind Leistungen, die aus verschiedensten Gründen nicht zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden dürfen. Die Kreisärzteschaft wird sich in absehbarer Zeit damit intensiver befassen und eine Art selbstverpflichtenden "Ehrenkodex" zum Umgang mit diesen Zuzahlerleistungen aufstellen.